Leben mit Mundschutz

Leben mit Mundschutz

 

Wenn man eine Gruppe von Politikern sieht, die sich maskentragend mit den Ellbogen begrüßen, dann mutet die große weiße Maske über der unteren Gesichtshälfte merkwürdig an. Man hat den Eindruck eines Rudels sonderbarer Wesen. An diesen Anblick wird man sich gewöhnen müssen. Man sieht nicht viel von ihrem Gesicht. Da sind wohl die Augen, die lachen, weinen und rollen können. Die Stirn drückt Stimmungen aus. Falten senkrecht über der Nase oder quer verlaufend sind ein Zeichen für Gereiztheit, Nachdenklichkeit und Müdigkeit. Aber es fehlt die untere Gesichtshälfte. Sie fehlt einfach. Der Mund, die Lippen, die Zunge -  es hat schon seinen Sinn, dass wir ein ganzes Gesicht haben.

Man wird sich auch daran gewöhnen müssen, dass die Politiker jede Nähe vermeiden. Fast macht es den Eindruck des Zurückschreckens. Sie müssen mit dem nötigen Abstand verhandeln.

Kann man unter diesen  Bedingungen zu konstruktiven Ergebnissen kommen? Nähe im Gespräch ist häufig fruchtbarer. Vielleicht hätten die Verhandlungen in Brüssel, was die Unterstützung der armen europäischen Länder betrifft, nicht so lange gedauert, wenn sie mit mehr Nähe und in gemütlichen Runden geführt worden wären.

Es ist zurzeit notwendig, den Mundschutz zu tragen und auf Abstand zu achten, um sich und andere gegen Corona, den heimtückischen Virus zu schützen.  Das betrifft arm und reich, prominent und weniger bekannt.

 Das haben viele Menschen nicht verstanden oder sie wollen es nicht verstehen, wie die häufigen Demonstrationen gegen die sogenannte Coronadiktatur  zeigen. Sie wollen keinen Mundschutz und sie wollen Nähe, keinen  Abstand.

Vor allem die jungen Menschen wollen nicht eingeschränkt werden. Sie wollen Spaß haben, lachen, tanzen, sich umarmen und trinken können. Das wurde vor Corona von niemandem hinterfragt.  Sie durften feiern, Party machen, wann und wo sie wollten.. Niemand hat sie daran gehindert. Und jetzt soll das vorbei sein? Sie können es nicht verstehen. Die jungen Menschen sind daran gewöhnt, dass sie bekommen, was sie wollen. Alle Vorsichtsmaßnahmen halten sie für übertrieben und sie fühlen sich entmündigt. Sie wollen frei sein in ihren Entscheidungen. Dass ihre eigene Freiheit Krankheit und Tod für andere Menschen bedeuten kann, das wollen sie nicht wissen, obwohl sie es wissen können. Es wird täglich in den Medien gepredigt. Die individuelle Freiheit kann nur dann gelten, wenn sie zugleich Rücksicht auf andere Menschen nimmt.

Die Krankheit nimmt keine Rücksicht auf demokratische und freiheitliche Gefühle. Sie schlägt da zu, wo man sie lässt. Und unreflektierte Verweigerung von Mundschutz und Abstand sind Brücken und Straßen zu ihrer Ausbreitung.

.Wir werden alle  in Zukunft den Mundschutz nicht vergessen dürfen, wenn wir aus dem Haus gehen oder mit der Tram fahren. Er wird zu uns gehören wie die Brille oder der Hausschlüssel, Er wird so wichtig sein, wie der richtige Abstand zwischen den Menschen, auch wenn sie sich nicht mehr umarmen und küssen dürfen.

 

 

 

 

12.8.20 09:39

Letzte Einträge: Vollüberwachung, Sun City in Deutschland, Reha und Corona

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