Erholung auf dem Balkon

Erholung auf dem Balkon


Die Hortensien prangen und die Kräuter durften zart in der warmen Sonne. Die Geranien blühen, rosa und rot. Wie eine blumige Mauer hängen sie über das Geländer und erfreuen die Spaziergänger unten auf der Straße..

Die Hängegeranien lassen kleine Lücken, durch die du das Leben auf der Straße beobachten kannst. Du siehst und hörst schreiende Kinder und geduldige Mütter.

Du siehst auch Väter, die Kinderwagen in einem Tempo durch die Straße schieben, dass du um die Gesundheit des Kinds fürchten musst.

Vor allem siehst du Autos, viele Autos, die auf den Parkplätzen gegenüber stehen. Du zählst manchmal zwanzig große schwarze glänzende Wagen, die wie Leichenwagen aussehen. Sie stehen da, prächtig und statusbewusst. Kleine Autos siehst du auch. Aber die wenigen Smarts und die Fiats verschwinden zwischen den breiten und hohen Riesen. Die weißen Riesen sehen nicht aus wie Leichenwagen. Aber sie sind genauso protzig wie die schwarzen SUV's.

Du bist begeistert. Eine bessere Präsentation von Reichtum kann es nicht geben. Die Wagen stehen in einer Straße, die weitgehend von reichen Leuten bewohnt wird. Aber wer fährt sie? Familienautos sind sie nicht. Dann würden sie häufiger von Familien mit Kinder benutzt. Manchmal setzt sich eine Blondine mit Pferdeschwanz ans Steuer. Aber dir fällt auf, dass vor allem alte weißhaarige Männer diese Wagen fahren. Sie haben Mühe einzusteigen, aber wenn sie fahren, wird ihnen die alte Beweglichkeit zurück gegeben. Du hast kürzlich einen dieser Männer beobachtet, der offenbar allein in Urlaub fahren wollte. Das konntest du daran erkennen, dass er nur eine Fahrradbefestigung auf seinen großen, diesmal weinroten, Wagen montierte. Er brauchte einen halben Tag, bis er alles verstaut hatte. Er bewegte sich sehr mühsam und du konntest ihm nur, im Stillen, einen gesunden und unfallfreien Urlaub wünschen.

Was wäre, wenn eines Tages mein Blick durch den Geranienvorhang auf leere Parkplätze stieße? Die Luft auf meinem Balkon wäre sicher besser. Keine Wolken von giftiger Luft über meiner Kaffeetasse, keine stinkenden Diesel, kein Geröhre durch laufende Motoren. Auf den Parkplätzen stünden Fahrräder und Kinderwagen. Für die Lieferwagen und die Postautos gäbe es Extraparkplätze. Eine CO2freie Zone.

Ich glaube, diese Vorstellung bleibt im Bereich der Träume.





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22.7.21 15:57

Letzte Einträge: Mütter, 50 Jahre - 1970/71 bis 2020/21, Erstimpfung, Zwei Geburtstage...

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